POSTENVORBEREITUNG

Überall muss gespart werden. Dieser Trend macht auch vor unserem Arbeitgeber nicht Halt.
Natürlich schickt einen das Auswärtige Amt dennoch nicht vollkommen unvorbereitet in die Welt hinaus. 

Für jeden Entsendeort gibt es eine umfassende Postenvorbereitung, individuell angepasst an die jeweilige nächste Destination und die Herausforderungen, die einen dort erwarten.

Aus Zeit- und Kostengründen fanden die Kurse diesmal sehr reduziert statt und erforderten ein gewisses Maß an Eigenleistung. Trotzdem enthielt unsere Postenvorbereitung für Sydney alle wesentlichen Elemente, um uns auf das Leben in Down Under vorzubereiten:

1. Lektion: Loslassen können

Zum Beispiel seinen gesamten Hausstand, der innerhalb weniger Tage in Kartons und Containern verschwindet.




Der Transport des Umzugsguts dauert mindestens drei Monate - wenn das Containerschiff nicht irgendwo festhängt, sinkt oder der australische Zoll alles auseinandernimmt, weil sich vielleicht doch noch etwas Erde an einem Schuh befindet oder versehentlich ein Korb, eine Grillzange, Bettdecken, Weihnachtsdeko oder ein Teil der Angelausrüstung in die Kartons geraten ist.

Man sollte also darauf vorbereitet sein, ggf. lange - wirklich sehr sehr lange - mit dem auszukommen, das in Koffer und ein paar wenige Kartons passt. 


2. Lektion: Bereitschaft zur Ernährungsumstellung 

Wer Australienreiseführer nur oberflächlich liest, übersieht schnell einmal, dass die einheimische Küche neben Pavlova, Känguruburgern und Krokodilsteaks eine ganz besondere Spezialität bereithält: Vegemite. Eine hefehaltige Paste, die man auf Cracker schmiert - hmmmm, sehr ... speziell.




3. Lektion: Erste Schritte zur autarken Selbstversorgung

Dieses Seminarmodul fand sinnvollerweise bei meinen Eltern im Taunus statt. 

Zum einen backt niemand so großartiges Brot wie mein Vater bzw. nun (nach intensivem Training) Carlotta und Luis.



Und zum anderen lernten wir im heimischen Garten auch gleich noch, wie man selbstgefangenen Fisch über einem improvisierten Feuer schmackhaft zubereitet. 


3. Keine Angst vor wilden Tieren

Die Tierwelt unserer zukünftigen Heimat als "exotisch" zu beschreiben, wäre eine maßlose Untertreibung. Die Fauna dort lässt sich am besten mit hochgiftig, extrem aggressiv und absolut unberechenbar beschreiben.

Um uns auf die unausweichlichen Begegnungen mit den großen und kleinen Bestien vorzubereiten, setzte unsere Seminarleitung (diesmal in Person meiner Schwester) ganz altmodisch auf eine traditionelle Konfrontationstherapie.

Es wird niemanden überraschen, dass wir auch dieses Seminarmodul mit Bravour absolviert haben.   


Für den letzten Tag des Kurses hatte man sich dann noch eine besondere Überraschung einfallen lassen: Durch den Garten meiner Eltern schlängelte sich dieses Prachtexemplar einer Ringelnatter. 


Und hier zeigte sich der Nutzen einer intensiven und hochprofessionellen Postenvorbereitung: 

Der Anblick des (Riesen-)Reptils entlockte uns nur noch ein müdes Lächeln. Und wir wussten: Wir sind bereit für Down Under. 



Kommentare

Beliebte Posts